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49. Friedenswanderung in Prag

Über 300 Kolping-Mitglieder aus Deutschland, Schweiz, Italien, Luxemburg, Österreich, Moldawien, der Tschechischen Republik und Rumänien kamen vom 5. bis 7. August in Prag zusammen, um an der 49. Friedenswanderung teilzunehmen.

Vor fast 50 Jahren haben  fand die erste Friedenswanderung statt, um die Schrecken des Krieges zu überwinden und Völkerverständigung zu betreiben. „Die Terroranschläge sind heute ein neuer Aspekt, der zeigt, wie wichtig es ist, das Thema Frieden und Versöhnung aufrecht zu erhalten“, sagt Msgr. Ottmar Dillenburg in Prag. Die feierliche Messe im Prager Veitsdom bleibt für die Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis, ebenso wie die vielen Begegnungen und die Stadtführung durch Prag. Die Friedenspilgerer hatten bei den Wanderungen und diversen Veranstaltungen viel Raum und Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Für viele Kolpinger war es auch ein Wiedersehen mit ihren Freunden und Bekannten, denn sie sind schon seit vielen Jahren dabei und reisen regelmäßig zu den Friedenswanderungen, die immer in einem anderen Land in Europa stattfinden.

Die Verständigung klappt bestens, zur Not mit Händen und Füßen, Kolping verbindet! Dagmar Kubová, die die Friedenswanderung mitorganisiert hat, ist vom Kolping-Gedanken überzeugt: „Wir setzen uns für das Soziale in der Kirche ein, und das spricht eigentlich jeden Menschen an.“

Die 50. Friedenswanderung wird im Jubiläumsjahr vom Kolpingwerk in der Schweiz ausgerichtet.

Warum organisiert Kolping jedes Jahr eine Friedenswanderung?

Nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges brauchte es viel Zeit, bis die Wunden des Krieges geheilt waren. Die Völker und die Menschen waren einander fremd geworden und misstrauten einander. Im Kolpingwerk bestanden über den Generalrat zwar Kontakte zu den einzelnen noch verbliebenen Zentralverbänden, aber mit dem Aufhören der beruflichen Wanderschaft fehlten die Begegnungen über die nationalen Grenzen hinweg. Der damalige Schweizer Zentralpräses Josef Eberli hatte diese Lage erkannt und startete mehrere Initiativen, um das internationale Miteinander wieder neu zu beleben.

So rief er 1968 unter anderem zum ersten internationalen Kolping-Friedensmarsch auf. Mitglieder aus der Schweiz, Deutschland und Luxemburg trafen sich in Sachseln/Sarnen. Unser Pilgerweg führte uns in zwei Tagen vom Friedensheiligen Bruder Klaus zur Gottesmutter Maria, der Friedenskönigin. Es wurden Gottesdienste gefeiert, gebetet, diskutiert über die anhängigen europäischen Probleme und bekannten uns anschließend am Ziel in Einsiedeln zu Demokratie, mehr Gerechtigkeit und Frieden.

Bei der Heimreise am 26. Mai 1968 fanden die Luxemburger Teilnehmer, dass es nicht bei der einmaligen Begegnung bleiben dürfte, dafür waren die gemachten Erfahrungen zu wertvoll. Wertvoll für den Einzelnen und das gesamte internationale Kolpingwerk. Und so erfolgte ein Jahr später die Einladung  aus Luxemburg zur Internationalen Kolping-Friedenswanderung. Von der fünften Begegnung an wanderten auch Frauen mit – und seit dem Fall des Eisernen Vorhangs auch die Kolpingsfamilien aus Mittel- und Osteuropa.