Home   
  Wir über uns     Kontakt   
Adolph Kolping – der Publizist
- Kanzel in der Öffentlichkeit -

 
Diesen Beitrag können Sie als PDF-Dokument ansehen oder herunterladen.
 
    Zum Betrachten der PDF-Dokumente benötigen Sie den Adobe Acrobat Reader, welcher Ihnen kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt wird.
 

Wer schreibt, der bleibt! So sagt ein Sprichwort. Das gilt im wahrsten Sinne des Wortes auch für Adolph Kolping. Er lebt weiter, er bleibt unter uns gegenwärtig mit seinen Ideen und Visionen, mit seinem Wort und Werk. Das alles hat seinen Niederschlag gefunden in dem, was er uns schriftlich hinterlassen hat. Was aus seiner Feder hervorgegangen ist, ist wie eine Fundgrube, in der es sich lohnt, zu stöbern und zu suchen. Und dabei war es sicherlich nicht die Absicht Adolph Kolpings, sich durch sein Schreiben ein Denkmal zu setzen, unsterblich zu werden oder gar als Bestseller in seinem und in unserem Jahrhundert zu glänzen.

Vielmehr steht seine Tätigkeit als Publizist und Volksschriftsteller in einem unmittelbaren Zusammenhang mit seiner Arbeit als Priester und Präses des Gesellenvereins. Sie dient der Verkündigung und Vertiefung des christlichen Glaubens und Lebens. Sie ist ein wichtiger Teil seiner Seelsorge. Und damit beschreitet Adolph Kolping einen ganz neuen und ungewohnten Weg der kirchlichen Pastoral in seiner Zeit. Heute würden wir von einem modernen Schriftapostolat sprechen. Adolph Kolping ist wohl der erste katholische Priester im Deutschland des 19. Jahrhunderts, der die Presse als Instrument zeitgemäßer Seelsorge verstanden und genutzt hat. Er erkennt, dass katholische Interessen und Positionen in den Zeitungen und Zeitschriften unterrepräsentiert sind. Deshalb weist er immer wieder auf die Notwendigkeit hin, gute Presseartikel aus katholischer Sicht herauszugeben und unter den Leuten in Umlauf zu bringen.

„Die Katholiken Deutschlands sollen nach Kräften dafür sorgen, dass sie würdig in der öffentlichen Presse vertreten sind, trotz...zum Teil bitteren Erfahrungen sollen sie mit allen Kräften bedacht sein, eigene, selbstständige und tüchtige Zeitungen zu gründen.“ (RV 1859, S 627 f.)

Adolph Kolping rückt dieser Marktlücke in der Presselandschaft engagiert zu Leibe. Seit 1849 gibt er jährlich den katholischen Volkskalender in einer Auflage von ca. 14.000 Exemplaren heraus. In Geschichten und Erzählungen greift er religiöse, soziale und handwerksbezogene Themen und Inhalte auf und bietet so dem Leser eine „gesunde, brauchbare Hausmannskost“. Adolph Kolping will in der Sprache des Volkes christliche Überzeugungen und Wertvorstellungen öffentlich zur Geltung bringen und vor allem die christliche Familie stärken. Seit 1854 engagiert sich Adolph Kolping als Verleger, Schriftleiter und Redakteur der „Rheinischen Volksblätter“. Mit 16 Seiten für über 6.000 Abonnenten und damit für etwa 30.000 Leser ist er wöchentlich „auf Sendung“.

Seine publizistische Tätigkeit hat das Ziel, die Menschen seiner Zeit im christlichen Geiste zu bilden und zu erziehen; den Gesellenverein bekannt zu machen und zu verbreiten; und nicht zuletzt auch die finanziellen Mittel für seine vielfältigen Aufgaben als Priester und Präses des Gesellenvereins zu beschaffen. In der Herausgabe des Volkskalenders und der Rheinischen Volksblätter sieht Adolph Kolping eine Art Kanzel und Katheder in der Öffentlichkeit, eine Art Predigt- und Lehrstuhl für das Volk. Denn „Ich meine...das öffentliche Leben hätte nie nötiger gehabt, auf die Predigt des göttlichen Evangeliums zu hören als in unseren Tagen.“ (RV 1865, S. 101)

Wie in allem, was er anfängt und tut, ist Adolph Kolping leidenschaftlich. So auch im Schreiben. Und diese Leidenschaft wird für ihn zunehmend auch zum Leiden und zur Qual: „Oft wird´s mir auch grün und blau vor den Augen und – poltern möcht´ ich nach Herzenslust, die Feder wegschmeißen und auf´ s Land gehen und Frühmesner werden oder doch so was. Aber dann winkt Einer mit erhobenem Finger, dem ich wieder nicht zu widersprechen wage und – so gut ich´s kann, geht´ s weiter...“ (KS 2, S. 230).

Gut, dass Adolph Kolping weiter geschrieben hat. Sonst ständen wir doch sehr mit leeren Händen da!
 

Msgr. Alois Schröder
Europapräses
  Aktuell ist dies der 29128. Besucher seit dem 23.01.2006   Impressum     Sitemap