
Nachhaltigkeit war auch das Thema von Professor Klaus Töpfer, der mit Blick auf den bevorstehenden Weltnachhaltigkeitsgipfel in Rio de Janeiro sagte: „Wir sind dringend aufgefordert, aus dem heutigen Diktat der Kurzfristigkeit herauszukommen.“ Denn dadurch komme es zu Entscheidungen, die hier und heute zwar unter ökonomischen Gesichtspunkten günstig seien, aber in der Zukunft zu großen Problemen führten, wie beispielweise die Spekulation auf Lebensmittel oder die stete Erhöhung des CO2-Austoßes. Eine nachhaltige Entwicklungspolitik müsse die gesamte Welt ins Auge fassen, betonte er. Er hätte sich gewünscht, dass die im Jahr 2000 von den UN verabschiedeten Millenniums-Entwicklungsziele nicht nur für die südlichen Länder, sondern auch für die des Nordens formuliert worden wären, sagte Töpfer unter dem Applaus seiner Zuhörer, die zu einem großen Teil aus so genannten Entwicklungsländern stammten.
Mit dem Kölner Weihbischof Dr. Dominik Schwaderlapp hatten die Delegierten am Samstagmorgen einen feierlichen Schlussgottesdienst in der Kölner Minoritenkirche, der Grabeskirche des Verbandsgründers Adolph Kolping, gefeiert. „Ich wünsche Ihnen vor allem eine tiefe innere Freude“, sagte er in seiner Predigt. Der Glaube an Gott und das Vertrauen in die Menschen seien für Adolph Kolping die wichtigsten Quellen der Freude gewesen, ihn sollten sich die Delegierten zum Vorbild nehmen.
Mit intensiven Diskussionen über die Prinzipien der Katholischen Soziallehre und die inhaltlichen Schwerpunkte der verbandlichen Arbeit markierte die diesjährige Generalversammlung den Startpunkt für einen auf fünf Jahre angelegten Verbandsentwicklungsprozess. „Unser Ziel ist es, das Kolpingwerk sowohl international als auch in allen nationalen Verbänden inhaltlich auf der Höhe der Zeit zu halten und strukturell Zukunftsoptionen zu erarbeiten“, erklärte Generalpräses Msgr. Ottmar Dillenburg.